Der 1. Mai ist unser Tag, der Tag der arbeitenden Klasse, an dem weltweit Millionen für eine vom Kapitalismus befreite Gesellschaft auf die Straße gehen. Gründe, sich gegen den Kapitalismus zu wehren, gibt es dabei mehr als genug!

Die Wirtschaftskrise trifft uns – nicht die Kapitalisten

Seit Jahren steckt die deutsche Wirtschaft in einer tiefen Krise, aber  die Rechnung zahlen wir. Allein 2025 wurden über 120.000 Industriearbeitsplätze vernichtet, seit 2019 sind rund 400.000 Stellen im verarbeitenden Gewerbe verschwunden. Die Automobilindustrie, einst Aushängeschild deutscher Wirtschaftskraft, hat 50.000 Jobs gestrichen. Standorte werden geschlossen, Produktion ins Ausland verlagert und Zulieferer gehen reihenweise insolvent. Und für 2026 ist keine Besserung in Sicht, im Gegenteil: Weitere Entlassungswellen sind angekündigt. Während wir unsere Jobs verlieren, während Arbeiter:innen in existenzielle Not geraten, machen die Bonzen in den Konzernvorständen weiter satte Gewinne und streichen fette Boni ein. Wir sitzen keineswegs im selben Boot wie die Kapitalisten!

Sozialabbau und Aufrüstung sind nicht in unserem Interesse

Statt die Krisenlasten auf die Rücken derer zu verteilen, die seit Jahrzehnten Milliarden anhäufen, greift die schwarz-rote Bundesregierung die Ärmsten an. Das Bürgergeld wird durch eine „Grundsicherung“ ersetzt, die nichts anderes bedeutet als härtere Sanktionen, schärfere Kontrollen und im schlimmsten Fall die vollständige Streichung aller Leistungen, einschließlich Miete und Krankenversicherung. 5,5 Millionen Betroffene sollen mit dem Existenzminimum als Druckmittel bestraft werden, während Steuerhinterziehung und Konzernsubventionen unangetastet bleiben.

Aber nicht nur Bügergeldempfänger:innen merken die Krise im Geldbeutel. Die Preise für Kitaplätze steigen erheblich, offene, niederschwellige und insbesondere kostenlose Betreuungsangebote verlieren ihre Finanzierung und werden immer weniger. Das trifft vor allem Alleinerziehende und als allererstes Frauen*. In sämtlichen sozialen Berufen, in denen bis letztes Jahr noch von “Fachkräftemangel” gesprochen wurde, wird jetzt munter gestrichen und gekürzt.

Gleichzeitig explodieren die Rüstungsausgaben: 108 Milliarden Euro allein 2026, bis 2029 sollen es sogar über 150 Milliarden jährlich werden. Investiert wird in Panzer, Munition und Marschflugkörper, während Schulen verfallen, Krankenhäuser schließen und bezahlbare Wohnungen Mangelware bleiben. Die Botschaft ist klar: Für Aufrüstung ist immer Geld da, für uns nie.

Die Welt steuert auf den nächsten großen Krieg zu

All die Aufrüstung wäre sinnlos, wenn die Herrschenden nicht planen würden, diese Waffen einzusetzen. Der zionistisch-imperialistische Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran fordert tausende unschuldige Leben, Gaza liegt in Trümmern, bewaffnete Konflikte toben im Sudan, in Kurdistan, in der Ukraine, im Jemen. Das absteigende Imperium USA kämpft um seine Einflusssphären, die zunehmende Aggression gegenüber China birgt die Gefahr eines dritten Weltkrieges. Die hunderte Milliarden für Aufrüstung müssen als Vorbereitung auf einen solchen großen Krieg gesehen werden.

Gegen Spaltung und rechte Hetze

Dass der Lebensstandard sinkt, wird aber nicht völlig ignoriert: CDU, SPD und Grüne rücken immer weiter nach rechts und stärken damit die AfD und den Faschismus. Migrant:innen und Geflüchtete sollen den Sündenbock spielen für Probleme, die die kapitalistische Profitlogik verursacht hat. Aber: Wir lassen uns nicht spalten! Unsere Kolleg:innen, egal welcher Herkunft und Nationalität, sind nicht unsere Feinde. Unser Feind ist das kapitalistische System, das uns alle ausbeutet.

Der Kapitalismus bietet uns keine Perspektive

Der Achtstundentag, Mindestlohn, Krankenversicherung, Tarifverträge, das Streik- und Demonstrationsrecht – all das wurde uns nicht geschenkt. Menschen wie du und ich haben es gemeinsam als Arbeiter:innenklasse hart erkämpft. Und fast jede einzelne dieser fortschrittlichen Errungenschaften werden jetzt angegriffen. Das zeigt: Es reicht nicht, innerhalb der bestehenden Ordnung Reformen zu fordern. Ein grundlegender Bruch mit dem kapitalistischen System ist notwendig!

Lasst uns deshalb am 1. Mai gemeinsam auf die Straße gehen: Für Frieden, Klassenkampf und Sozialismus! Hinein in den antikapitalistischen Bereich auf der DGB-Demo! 1. Mai 2026, 10:00 Uhr, Stuttgart Marktplatz